Fachassistent/in Land- und Forstwirtschaft

Vorbereitungsseminar Herbst 2020 für die Prüfung April 2021

Fachassistent/-in Land- und Forstwirtschaft

Neue Fortbildungsprüfung ab 2021

Der Fachassistent Land- und Forstwirtschaft (FALUF) ist ein neuer Berufstitel im Bereich des Steuerwesens, der voraussichtlich ab 2021 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Steuerberatungskanzleien durch eine Fortbildungsprüfung bei den Steuerberaterkammern erlangt werden kann. Eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten oder eine vergleichbare Ausbildung ist Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung. 

Die Betreuung landwirtschaftlicher Mandate hat in den darauf spezialisierten Steuerkanzleien eine lange Tradition. Der durch seine Besonderheiten in steuerlicher, rechtlicher, betriebswirtschaftlicher und sozialer Hinsicht gekennzeichnete Landwirtschaftssektor verlangte schon früh nach einer Spezialisierung in der Beratung. Der Berufsnachwuchs konnte bisher nur in Niedersachsen einen staatlichen Abschluss „Fachangestellte/r Landwirtschaftliche Buchstelle“ erlangen. 

Mit dem neuen, bundesweiten Abschluss soll der steigenden Nachfrage nach qualifiziertem Berufsnachwuchs im land- und forstwirtschaftlichen Bereich Rechnung getragen werden. Der von der Bundessteuerberaterkammer initiierte und in engem fachlichen Austausch mit dem HLBS konzipierte Ausbildungsgang baut auf die bewährten Inhalte des seit rund fünfzig Jahren vom HLBS durchgeführten „Barendorfer Lehrgang“ auf. Der Prüfungsstoff ist jetzt bundeseinheitlich abgestimmt, ohne jedoch in der Ausbildung die typischen regionalen Aspekte im land- und forstwirtschaftlichen Bereich außer Acht zu lassen. 

Die Steuerberaterkammern werden als zuständige Stelle Prüfungen zum Fachassistent/in Land- und Forstwirtschaft durchführen, in denen die auf einen beruflichen Aufstieg abzielende Erweiterung der Fachkompetenz nachzuweisen ist.

Die Aufgaben des Fachassistenten Land- und Forstwirtschaft (FALUF)

Der FALUF soll den Steuerberater bei der Vor- und Nachbereitung von Beratungsvorgängen unterstützen und entlasten. Ziel der Ausbildung und Prüfung ist der Erwerb und Nachweis von Qualifikationen, um insbesondere folgende im Zusammenhang stehende Aufgaben selbständig und verantwortungsvoll wahrnehmen zu können:

  • Einkünfte von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ermitteln, dokumentieren und bewerten
  • steuerrechtliche Beratung von luf-Mandaten unterstützen und zielgruppenorientiert begleiten
  • Buchführung eröffnen und selbständig führen
  • Jahresabschlüsse, Einkommen-, Gewerbe-, Körperschaft- und Umsatzsteuererklärungen vorbereiten
  • betriebswirtschaftliche Beratung der Mandanten auf der Basis vorliegender Jahresabschlüsse durchführen und darauf aufbauende Auswertungen erstellen
  • Mandanten bei gesetzlich erforderlichen Steuerangelegenheiten gegenüber den Finanzbehörden unterstützen und die Mandantensituation regelmäßig und anlassbezogen überprüfen
  • luf-Mandate betreuen und organisieren.
     

Lehrgangsinhalte und Stoffgewichtung

1.    Steuerrecht - (50 %)
a)    Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG) und Abgrenzung zu anderen Einkünften
b)    Gewinnermittlungsarten in der Land- und Forstwirtschaft
c)    Gewinnkorrekturen beim Wechsel der Gewinnermittlungsart
d)    Mitunternehmerschaften
e)    Betriebsübergabe, -verpachtung, -veräußerung und -aufgabe
f)    Zuschüsse, Beihilfen und Entschädigungen
g)    Umsatzsteuer in der Land- und Forstwirtschaft

2.    Jahresabschlusserstellung nach den Richtlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL-Jahresabschluss) - (20 %)
a)    Sinn, Zweck und Gliederung des BMEL-Jahresabschlusses
b)    Erstellung des BMEL-Jahresabschlusses unter Berücksichtigung der besonderen Bewertungsvorschriften

3.    Landwirtschaftliche Betriebslehre - (20 %)
a)    Rahmenstrukturdaten der Landwirtschaft
b)    Politische Rahmenbedingungen
c)    Produktionsbedingungen
d)    Produktionstechnische Grunddaten
e)    Übergang vom steuerlichen zum betriebswirtschaftlichen Jahresabschluss
f)    Analyse des Jahresabschlusses (naturale und monetäre Daten, Kennzahlen)
g)    Jahresabschluss als Grundlage der Betriebsplanung
h)    Agrarkreditwesen und Rating
i)    Sonstige Förderungen im Agrarbereich

4.    Einzelfragen berufsspezifischer Aufgaben in einer Landwirtschaftlichen Buchstelle - (10 %)
a)    Landwirtschaftliche Nutzung im Bewertungsrecht
b)    Forstwirtschaftliche Nutzung
c)    Gartenbauliche Nutzung
d)    Weinbauliche Nutzung
e)    Sonstige landwirtschaftliche Nutzung i.S.v. § 62  Bewertungsgesetz

5.    Mandantenbetreuung und Mandatsorganisation

Zulassungsvoraussetzungen Fachassistent/in Land- und Forstwirtschaft

 

§ 2 – Zulassung zur Prüfung (Entwurfsfassung)

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer mit Erfolg die Abschlussprüfung als „Steuerfachangestellte/Steuerfachangestellter“ abgelegt hat und danach zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, eine praktische Tätigkeit von mindestens zwölf Monaten auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden nachweisen kann.

(2) Abweichend von Absatz 1 ist zur Prüfung auch zuzulassen

a) wer ein mindestens dreijähriges Hochschulstudium mit agrar- oder betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt erfolgreich abgeschlossen hat und danach zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, eine praktische Tätigkeit von mindestens zwölf Monaten auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden nachweisen kann.

b) wer mit Erfolg die Ausbildung als „Steuerfachangestellte/Steuerfachangestellter“ bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt, niedergelassenen europäischen Rechtsanwalt oder einer Steuerberatungsgesellschaft, die eine Berechtigung nach § 44 StBerG führen, absolviert hat und danach zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, mindestens sechs Monate auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwalt, niedergelassenen europäischen Rechtsanwalt oder einer Steuerberatungsgesellschaft, die eine Berechtigung nach § 44 StBerG führen, oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen ist.

c) wer nachweist, dass er nach erfolgreichem Abschluss einer gleichwertigen Berufsausbildung (z. B. Bankkaufmann, Industriekaufmann, Groß- und Außenhandelskaufmann oder Fachagrarwirt Rechnungswesen) bis zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, mindestens 18 Monate auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen ist.

d) wer keine gleichwertige Berufsausbildung nachweisen kann, jedoch bis zum Ende des Monats, der dem schriftlichen Teil der Prüfung vorausgeht, mindestens vier Jahre auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer, Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen ist.

(3) In besonderen Ausnahmefällen kann zur Prüfung auch zugelassen werden, wer durch Vorlage von Zeugnissen und Nachweisen über seine Vorbildung und den beruflichen Werdegang darlegt, dass er auf dem Gebiet des Steuer- und Rechnungswesens bei einem Steuerberater, Steuerbevollmächtigten, Wirtschaftsprüfer,  vereidigten Buchprüfer,  Rechtsanwalt, einer Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Buchprüfungsgesellschaft, Rechtsanwaltsgesellschaft oder einem Verein gemäß § 4 Nr. 8 StBerG Qualifikationen erworben hat, die den Anforderungen an den Bewerber gemäß Absatz 1 entsprechen.

Die Vorbereitung auf die Prüfung

Der HLBS bietet über 3 Präsenzphasen (Module) à 5 Tage (Mo - Fr) Lehrgänge zur Prüfungsvorbereitung an. 
Insgesamt 15 Präsenztage mit 120 Unterrichtsstunden. Neben den Präsenztagen kommen ausgearbeitete Schulungsunterlagen, Lernzielkontrollen, Übungsklausuren mit ausführlichen Lösungshinweisen und Fremdkontrolle sowie Online-Seminare zu ausgewählten Schwerpunkten zum Einsatz. Für die Präsenzphasen sind 3 Standorte in Planung (Nord/Mitte/Süd).

Dozenten
Ein ausgewiesenes Autoren- und Dozententeam wird das Unterrichtsmaterial, aufbauend auf dem bewährten „Barendorfer Lehrgang“ sowie den weiteren HLBS-Schulungen gemäß den Anforderungen an das DQR-Niveau 5 aufbereiten (Der DQR beschreibt acht Kompetenzniveaus, denen sich die Qualifikationen des deutschen Bildungssystems zuordnen lassen). Das DQR-Niveau 5 beschreibt Kompetenzen, die zur selbständigen Planung und Bearbeitung umfassender fachlicher Aufgabenstellungen in einem komplexen, spezialisierten, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. 
 

Veranstaltungsorte
Abhängig von der Bedarfsabfrage. Nord/Mitte/Süd in Planung

Zeitraum erster Lehrgang 
September - November 2020 

Lehrgangsgebühren* 
ca. 1.850,- €, HLBS-Mitglieder zzgl. Tagungspauschale/Übernachtung (Preis ortsabhänig).
ca. 2.220,- €, Nichtmitglieder zzgl. Tagungspauschale/Übernachtung (Preis ortsabhänig).
*jeweils zzgl. USt 

 

Bedarfsabfrage

„Fachassistent/in Land- und Forstwirtschaft“

Die Ausbildungsrichtlinien für den neuen Abschluss „Fachassistent/in Land- und Forstwirtschaft“ sind auf den Weg gebracht.
Mit der ersten Prüfung zum Fachassistenten Luf ist im April 2021 zu rechnen.
Welche Steuerberaterkammern die Prüfung abnehmen werden, wird sich in den nächsten Monaten entscheiden.

Der HLBS wird im Herbst 2020 erste Vorbereitungslehrgänge anbieten.

Mit dem neuen, bundesweiten Abschluss soll der steigenden Nachfrage nach qualifiziertem Berufsnachwuchs im land- und forstwirtschaftlichen Bereich Rechnung getragen werden. Der von der Bundessteuerberaterkammer initiierte und in engem fachlichen Austausch mit dem HLBS konzipierte Ausbildungsgang baut auf die bewährten Inhalte des seit rund fünfzig Jahren vom HLBS durchgeführten „Barendorfer Lehrgang“ auf. Der Prüfungsstoff ist jetzt bundeseinheitlich abgestimmt, ohne jedoch in der Ausbildung die typischen regionalen Aspekte im land- und forstwirtschaftlichen Bereich außer Acht zu lassen.

Für Ihre Personal- und unsere Bedarfsplanung bitten wir um Unterstützung, damit wir im Interesse unserer Mitglieder und des Berufsnachwuchses den Weg zur Prüfung für die Teilnehmer bestmöglich vorbereiten können.

Näheres zu den Zulassungsvoraussetzungen und Ausbildungsinhalten können Sie dem Flyer bzw. den Informationen zum neuen Lehrgang auf unserer Webseite entnehmen. 
 


Melden Sie uns bitte mit dem Flyer Ihren voraussichtlichen Bedarf an Lehrgangsplätzen für die Jahre 2020 bis 2022 . Dies hilft uns, die entsprechenden Kapazitäten einzurichten und die Standorte für die Präsenzphasen zu optimieren.


Sollten Sie oder Ihr Haus grundsätzliches Interesse daran haben, im Rahmen der Vorbereitungslehrgänge als Autor und/oder ab 2020 als Referent mitwirken zu wollen, sprechen Sie uns bitte an.


Wir halten Sie mit der Entwicklung des FALUF auf dem Laufenden und freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Ihre HLBS-Informationsdienste GmbH

Fördermöglichkeiten für berufliche Fortbildungsmaßnahmen

Übersicht der Fördermöglichkeiten für berufliche Förderungsmaßnahmen. Zusammengestellt von Herrn Dr. iur. Enrico Rennebarth, Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt), Referatsleiter, Abteilung Recht und Berufsrecht, Bundessteuerberater KdöR, Berlin.