Was leisten Unternehmensberater?

In der Land- und Forstwirtschaft, im Garten- und Weinbau sowie der Fischerei haben Unternehmensberater vielfältige Aufgaben. Alle Unternehmen dieser Branchen, ob Einzelunternehmen, Personengesellschaften oder juristische Personen, unterliegen heute mehr denn je einem starken Wettbewerbsdruck. Wirtschaftliche, politische sowie rechtliche und soziale Vorgaben fordern ständig Änderungs- und Anpassungsprozesse. Betriebliche Zielvorstellungen, Handlungsweisen und Konzeptionen können vor diesem Hintergrund nicht statisch, sondern müssen dynamisch sein.

Die Unternehmensberatung ist gefordert, Perspektiven aufzuzeigen und sachdienliche Konzepte und Lösungen für ihre Mandantschaft anzubieten. Doch eine qualifizierte Unternehmensberatung ist nicht jede Form von Beratung. Vielmehr ist es nur diejenige Beratung, die auf der Grundlage spezifischer Analysen und Planungen die Situation des zu beratenden Unternehmens oder Unternehmers nachhaltig zu verbessern hilft.

Diese Form der Beratung ist in der Regel nicht nur eine einmalige Dienstleistung. Sie muss häufig die Betriebe über längere Entwicklungsphasen oder dauerhaft begleiten - ohne Abhängigkeiten des Beratungssuchenden gegenüber dem Unternehmensberater zu erzeugen.

Beratungsmethoden

Die Unternehmensberatung umfasst den zweckgerichteten Einsatz verschiedener Beratungsmethoden:

 - Fortlaufende Einzelberatungen auf dem Betrieb der Mandanten
   (Betriebsbegehung, Feldbesichtigung, Einzelgespräche)
.- Fortlaufende Gruppenberatungen (Arbeitskreise), bei denen der Berater die Funktion eines
    Organisators, Mentors oder Analytikers einnimmt.
- Schriftliche Informationen (Mandanteninformation), mit denen der Berater ergänzende Informationen
   zur Einzel- und Gruppenberatung per Rundschreiben oder elektronischer Medien (Fax, E-Mail, Internet)
    vermittelt.
- Projektberatungen, bei denen der Berater mit fallspezifischen Problemlösungen beauftragt wird.
- Leitungsfunktionen (Betriebsführung), bei denen der Berater temporär die verantwortliche Führung
   eines Betriebes im Auftrag seiner Mandanten übernimmt.

Unternehmensberater analysieren Unternehmen, schulen und motivieren Unternehmer, helfen bei betrieblichen  Planungen und im Umgang mit Dritten (Verwaltungen, Marktpartnern usw.). Sie erarbeiteten Problemlösungen, vermitteln Kontakte oder informieren über Sachkenntnisse Dritter und Expertenwissen und transformieren dieses zu spezifischen Mandantenlösungen.


Beratungsinstrumente:


Betriebsanalyse
Das wichtigste Beratungsinstrument ist die jährliche Betriebsanalyse (auch Bilanz- oder Abschlussanalyse). Sie basiert auf dem Buchführungsabschluss und weiteren Aufzeichnungen des Betriebes. Mit Hilfe der Analyse können u. a. folgende Fragen geklärt werden:

- Welche Schwachstellen, welche Verlustquellen gibt es im Betrieb?
- Wie ist die Finanzierungs- und Vermögensstruktur?
- Wie verläuft die Einkommens- und Vermögensverwendung?
- Welche Entwicklungsmöglichkeiten hat das Unternehmen?

Laufendes Controlling
Zur Steuerung und Überwachung eines Unternehmens bzw. bestimmter Produktionsverfahren kann ein laufendes Controlling notwendig und nützlich sein. Umsatz und Leistungsdaten sowie Kostenpositionen werden damit zeitnah (monatlich) analysiert.

Geldvoranschlag - Liquiditätsplan
Der jährliche oder unterjährige Geldvoranschlag ist ein Instrument der kurzfristigen Absatz-, Beschaffungs-, Investitions- und Finanzierungsplanung. Der Geldvoranschlag dient der laufenden Unternehmenskontrolle und bietet eine gute Grundlage für kurzfristige Unternehmerentscheidungen.

Betriebsvergleiche
Der horizontale Betriebsvergleich ist ein Beratungsinstrument, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens im Vergleich mit anderen Unternehmen transparent zu machen. Stärken und Schwachstellen können anhand geeigneter Kriterien aufgezeigt werden.

Der vertikale Betriebsvergleich zeigt die zeitliche Entwicklung von Ertrags- und Aufwandsdaten des Unternehmers.

Betriebsplanung
Ausgehend von der Betriebsanalyse sind mittels der entscheidungsorientierten Betriebsplanung Entwicklungs alternativen aufzuzeigen. Hierfür stehen dem Unternehmensberater verschiedene Planungsmethoden zur Verfügung.

Problemlösungen und Dienstleistungsangebote:

- Betriebs- und Verfahrensanalysen
- Betriebs- und Verfahrensplanungen
- Finanzierungs- und Investitionsplanungen
- Anlage- und Vermögensberatung
- Betriebsgründungsberatung
- Kooperationsberatung
- Managementberatung
- Personalplanung
- Fütterungsberatung
- Anbauberatung
- Pflanzenschutz- und Düngungsberatung
- Unterstützung bei Agrarförderungssachen
- Bauberatung und -betreuung
- Sozial- und Versicherungsberatung
- Unterstützung bei Qualitätsmanagementsystemen

Vertrauensstellung
Die laufende Unternehmensberatung muss effektiv und vertrauensvoll sein. Dies erfordert neben der fachlichen auch soziale Kompetenz der Unternehmensberater. Der Unternehmensberater hat also immer den Status einer besonderen Vertrauensperson für seine Mandantschaft. Dies setzt fachliche Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit von wirtschaftlichen und sonstigen Interessen Dritter voraus.

Qualitätssicherung
Die fachlichen Anforderungen an die Unternehmensberater sind besonders hoch. Ein allgemeines Berufsgesetz oder ein anderes gesetzlich geregeltes Verfahren zur Qualitätskontrolle und -dokumentation von Unternehmensberatern existiert allerdings nicht.

Zur Erfüllung der Erwartungen ihrer Mandantschaft bietet der HLBS seinen Mitgliedern ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsprogramm sowie umfangreiche Fachinformationsdienste an.

 
HLBS